| 1949 |
Der
Ministerrat der DDR beschloss den Bau der Pionierrepublik und
stellte 18 Mio. Mark bereit. |
| 1950 |
Die
Deutschen Meisterwerkstätten (später Bauakademie der
DDR) unter Leitung von Prof. Paulik erhielten den Auftrag zur
Planung. Die Gestaltung erfolgte nach dem Vorbild des
sowjetischen Pionierlagers Artek, wobei die Architektur dem
Baustil der 30er Jahre unter Verwendung landschaftstypischer
Elemente entsprach. |
| 1951 |
Am
26. Juli begannen die Waldrodungsarbeiten und am 05. September
erfolgte die Grundsteinlegung. |
| 1952 |
Am
16. Juli wurde die Einrichtung durch den damaligen Präsidenten
der DDR, Wilhelm Pieck, eröffnet. Fertiggestellt waren zu
diesem Zeitpunkt die Häuser 1 bis 6, die Küche 1, das
Freizeithaus (damals Schule), ein Verwaltungsgebäude,
Werkstätten sowie Wohnmöglichkeiten für
Mitarbeiter. Die Einrichtung trug von diesem Tag an den Namen „Pionierrepublik
Wilhelm Pieck“. |
| 1954 |
Am
24. November wurden die Häuser 7 bis 12, die Küche 2,
das heutige Seminarhaus (damals Schule), die Diskothek (damals
Sporthalle), ein weiteres Verwaltungshaus (Lagerleitung) sowie
Spielplätze, Badewiese und das Stadion fertig gestellt. Die
Einrichtung erhielt einen der ersten in der DDR produzierten
Fernsehapparate. |
| 1960 |
Vom
17. Juli bis zum 06. August fand das erste „Internationale
Sommerlager“ mit Kindern aus 31 Ländern der 6
Erdteile statt. Von nun an trafen sich jährlich Kinder aus
befreundeten Ländern bzw. politischen Organisationen in der
Sommerzeit am Werbellinsee. Anlässlich des 1. Festivals
wurden die Freilichtbühne und der „Garten der
Freundschaft“ eingeweiht. 1969 wurde das Ensemble durch
die Plastik „Völkerfreundschaft“ des
Bildhauers Schiefelbein aus Weimar ergänzt. Sie ist dort
noch zu besichtigen. |
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Bilderreihe: Bauarbeiten |
| 1962 |
In
den ersten 10 Jahren ihres Bestehens weilten mehr als 60.000
Pioniere aus der gesamten DDR und etwa 6.000 ausländische
Kinder aus 36 Ländern in der Einrichtung. Die einst für
Kriegswaisen und für die Erholung der Kinder errichtete
„Republik“ wurde zunehmend zur politischen
Bildungsstätte für Pioniere zwischen 12 und 14 Jahren. |
| 1967 |
Auf
dem ehemaligen Zeltplatz wurde das Bungalowdorf mit 6
Sommerhäusern zur Nutzung übergeben. |
| 1971 |
Die
politische Profilierung der Einrichtung setzte sich in der
Übernahme der Verantwortung zur Planung und Vorbereitung von
politischen Höhepunkten fort. Dazu gehörten die
konzeptionelle Vorbereitung und Inszenierung von Großaufmärschen
zu Parteitagen und politischen Großveranstaltungen, u.a.
für den richtungsweisenden VIII. Parteitag der SED oder für
die X. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Berlin (1973). |
| 1974 |
 Der
Staatsratsvorsitzende der DDR, Erich Honecker, besuchte die
Einrichtung und überreichte eine mongolische Königsjurte,
die er bei einem Besuch in der Mongolei als Gastgeschenk bekam. |
| 1975 |
Ein
umfassendes Bauprogramm wurde beschlossen. In dessen Verlauf
entstanden ein zentrales Heizwerk auf der Basis von Erdöl
(1977), 20 Mitarbeiterwohnungen (1978), eine Schule (1983), eine
Sporthalle (1985) und weitere 24 Mitarbeiterwohnungen (1985) |
| 1976 |
Zum
100. Geburtstag von Wilhelm Pieck wurde der Grundstein für
das erste Wilhelm-Pieck-Denkmal in der DDR auf dem Appellplatz
gelegt. |
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| 1981 |
Am
01. Juni wurde das „Wilhelm-Pieck-Denkmal“ der
Künstler Frank Dittrich – Bildhauer, Heinz Schumann –
Schriftgestalter und Dr. Martin Beerbaum –
Kunsthistoriker eingeweiht. Zum gleichen Zeitpunkt wurde die neu
gestaltete Spiel- und Badewiese am Werbellinsee den Kindern
übergeben. |
| 1983 |
Zu
Beginn des Schuljahres wurde das neu entstandene Schulgebäude
in Betrieb genommen. Die alten Schulgebäude dienten im
Weiteren zur Freizeitgestaltung der Pioniere in den
verschiedenen Arbeitsgemeinschaften. |
| 1985 |
Die
Sporthalle wurde übergeben. Damit verbesserten sich die
Möglichkeiten für den Sportunterricht und für
die Durchführung von Großveranstaltungen. |
| 1986 |
Das
Seecamp mit Sauna und Kaminzimmer wurde fertig gestellt. Es
diente der naturnahen Bildung der Kinder. |
| 1989 |
 Das
„Internationale Sommerlager“ mit Kindern aus über
50 Ländern war der letzte große Höhepunkt in der
Geschichte der „Pionierrepublik“. Damit endete die
Ära der „Pionierrepublik Wilhelm Pieck“. |
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| 1990 |
Zu
Beginn des Jahres wurde die Einrichtung an das Ministerium für
Jugend und Sport der DDR übergeben. Sie erhielt den Namen
„Kinderland am Werbellinsee“. Die Einrichtung stand
ab sofort allen Kindern, z.B. aus ökologisch belasteten
Gebieten der Region Halle/Bitterfeld, behinderten Kindern,
Familien und Schulklassen offen. Am 03. Oktober fällt sie
gemäß Einigungsvertrag dem Bund zu und wurde in Folge
in das Eigentum des Landes Brandenburg übergeben.
Persönlichkeiten der Region und Mitarbeiter bewahrten mit
der Gründung und dem Engagement des Fördervereins
„Freunde des Kinderlandes am Werbellinsee“ die
Einrichtung vor der Schließung. |
| 1991 |
Am
01. Januar übernahm der Internationale Bund für
Sozialarbeit e.V. (IB) die Betreibung der Einrichtung im Auftrag
des Landes Brandenburg. Er gab ihr den Namen Europäische
Jugenderholungs- und Begegnungsstätte (EJB) Werbellinsee. Am
01. September bezog die „Schule für Hörgeschädigte“
das Schulgebäude sowie zwei Internatshäuser und nutzte
beides bis 2001. |
| 1992 |
Der
IB begann mit Modernisierungsarbeiten, insbesondere der
Sanitäranlagen, in den Häusern. Das ehemalige Wohnheim
für Pionierleiter wurde zu einem modernen Gästehaus
umgebaut. Am 16. März wurde ein Umweltkabinett mit einer
ständigen Ausstellung über das Biosphärenreservat
Schorfheide-Chorin vom damaligen Umweltminister Herrn Matthias
Platzeck eröffnet. Eine moderne Rezeption, die zukünftig
das Zentrum der Gästebetreuung bildete, nahm ihren Betrieb
auf. Am 11. Juni wurde das Wilhelm-Pieck-Denkmal im Auftrag der
Treuhand demontiert und später als Kunstgegenstand der
Massenorganisationen der DDR, neben vielen anderen
Kunstgegenständen, aus der Einrichtung entfernt. Dazu
gehörten auch das Originalgemälde „Mädchen
mit der Windmühle“ von Walter Womacka und ein Original
Ölgemälde mit dem Bildnis von Wilhelm Pieck. Die
Kunstgegenstände befinden sich derzeit auf der Burg Beeskow.
Die gesamte Einrichtung wurde unter Denkmalschutz (Ensemble
denkmal) gestellt. |
| 1993 |
Die
Häuser 2 und 3 wurden behindertenfreundlich modernisiert.
Sie sollen u.a. dem Allgemeinen Behindertenverband des Landes
Brandenburg e.V. für sein Integrationsprojekt dienen. |
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| 1995 |
Die
umfassende Modernisierung der Küche 1 wurde am 15. Juni
abgeschlossen. Insgesamt wurden 4,8 Mio. DM in das Gebäude
inklusive modernster Küchentechnik und einer
höhenverstellbaren Speisenausgabe investiert. |
| 1996 |
Der
IB gab die Bewirtschaftung der Einrichtung zum 31.12. auf. |
| 1997 |
Am
01. Januar übernahm die Grundstücksentwicklungsgesellschaft
(GEG) Joachimsthal als kommunales Unternehmen die Einrichtung
und bewahrte sie somit vor der Schließung. Das Land
Brandenburg als Eigentümer schrieb das Areal zum Verkauf
aus. |
| 1998 |
Das
Haus 5 wurde nach einem Konzept der GEG modernisiert und mit
neuem Mobiliar ausgestattet. |
| 1999 |
Am
31. Mai zog sich die GEG aus der Betreibung zurück. Um eine
erneut drohende Schließung abzuwenden, gründeten
Mitarbeiter eine private Gesellschaft, die „EJB
Werbellinsee GmbH“. Am 14. Juni wurde die schaft vom Land
Brandenburg zum Verkauf ausgeschrieben. Nach dem Willen des
Landes soll die Einrichtung auch zukünftig für
Kinder-, Jugend- und Familienerholung sowie zum Wohnen genutzt
werden. Die neue Betreibergesellschaft beteiligte sich an der
Ausschreibung. In diesem Jahr wurde vom Land Brandenburg eine
Kleinsportanlage (Funcourt) gebaut und das Parkett der
Sporthalle saniert. Ebenso erhielten viele Häuser die
dringend benötigten Betreuerzimmer mit Dusche und WC. |
| 2000 |
Im
September wurde die Liegenschaft an die
Landesentwicklungsgesellschaft Brandenburg (LEG) verkauft, sie
beabsichtigte 30 Mio. zu investieren. Die EJB Werbellinsee GmbH
brachte mit jährlich 120.000 Übernachtungen
wirtschaftliche Stabilität in die Einrichtung. Sie ist eine
der größten Kinder- und Jugendeinrichtungen in
Deutschland mit einem vielfältigen Bildungs-, Freizeit-
und Sportprofil. |
| 2001 |
Die
EJB Werbellinsee GmbH erhielt von der LEG einen
Betreibervertrag. Im Oktober beschloss das Land Brandenburg die
LEG zu liquidieren. Wieder war es dem Engagement des Betreibers,
des Fördervereins und einer breiten Öffentlichkeit zu
verdanken, dass das Land Brandenburg eine schnelle Lösung
für eine weitere Betreibung fand. Für dringende
Investitionen gab es jedoch weiterhin keine Möglichkeit. |
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| 2002 |
Das
Land Brandenburg begann mit einer erneuten Ausschreibung zum
Verkauf der Immobilie. Die EJB baute die ehemalige
Krankenstation um und erreicht dadurch die Zusammenlegung des
Verwaltungs- und Gästebereiches als zentralen Anlaufpunkt
für alle Gäste. Die Häuser 0 und 6 wurden mit
neuem Mobiliar ausgestattet. |
| 2003 |
Am
18. Dezember wurde der Kaufvertrag zwischen einer privaten
Investorengemeinschaft und dem Land Brandenburg unterzeichnet.
Für 515.000,- Euro wurde das Areal an die Firma WS
Werbellinsee GmbH & Co. KG verkauft. Die
Investitionsverpflichtungen beliefen sich auf 5,5 Mio. Euro. |
| 2004 |
Am
22. Januar bestätigte der Haushaltsausschuss des Landes
Brandenburg den Verkauf. Die EJB Werbellinsee GmbH erhielt einen
langfristigen Betreibervertrag und begann mit umfangreichen
Investitionen. Als erstes erhielten die Häuser 1, 2, 3, 4
und das Gästehaus neues Mobiliar. |
| 2005 |
Es
begannen die Umbauarbeiten im Wohnbereich II (Häuser 7, 8, 9
und 10). Es wurden Ein-, Zwei- und Dreibettzimmer jeweils mit
Dusche/WC für insgesamt 240 Betten hergerichtet. Alle
Zimmer wurden komplett mit neuen Möbeln ausgestattet. Das
Haus 10 wurde im Mai in Betrieb genommen. Ein besonderes Ereignis
des Jahres war das „International Kadampa Buddhist
Festival“ mit mehr als 3.000 Gästen aus der ganzen
Welt. In Zusammenarbeit mit der Region wurde diese besondere
Veranstaltung zu einer außergewöhnlichen Referenz und
zum Maßstab der Leistungsfähigkeit der EJB
Werbellinsee GmbH. |
| 2006 |
Im
März wurde das Haus 9 nach kompletter Modernisierung zur
Nutzung übergeben. Neue Projekte für Schulfahrten, das
Planen und Durchführen von Events sowie das verstärkte
Interesse am Familienurlaub, gehörten nun zu den neuen
Aufgaben der EJB Werbellinsee. |
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| 2007 |
Neue
Bewirtschaftungsformen und infrastrukturelle Veränderungen
erwiesen sich als notwendig, um die Wirtschaftlichkeit der EJB
Werbellinsee sicher zu stellen. Durch die Umstellung der
Energieversorgung sowie eine Belegungspause in den Wintermonaten
konnte dieses Ziel erreicht werden. Die Häuser 7 und 8
wurden nach Modernisierung zur Nutzung übernommen. Der
Umbau der 6 Sommerhäuser mit insgesamt 180 Betten begann.
Sie erhielten eigene Sanitäranlagen und eine farbige
Fassade aus Holz. Vier Sommerhäuser konnten nach
abgeschlossener Modernisierung genutzt werden. Viele Häuser
erhielten einen neuen Anstrich der Fassaden. |
| 2008 |
Die
Häuser 0, 1, 3, das Gästehaus und die Sommerhäuser
4 und 5 konnten nach der Modernisierung in Betrieb genommen
werden. Alle Sommerhäuser erhielten neues Mobiliar. Eine
separate und moderne Heizung in allen Gebäuden ersetzte
endlich die technisch veralteten und unwirtschaftlichen
Heizungsanlagen, die teilweise noch aus Zeiten vor 1990
stammten. |
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